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Die Kanarischen Inseln (Islas Canarias) liegen näher an der Küste Afrikas als am kontinentalen Spanien. Diese mittelatlantische Lage sorgt für ein besonders mildes, warmes Klima. Am berühmtesten sind die Kanaren für ihre strahlendweißen Strände, die Inseln bieten jedoch noch viel unterschiedlichere Landschaftsbilder. Subtropische Regenwälder und wüstenähnliche Landstriche wechseln sich mit Sanddünen und rauhen Berglandschaften ab. Die Pflanzenwelt auf den kanarischen Inseln ist besonders vielfältig. Die Haupttouristengebiete bieten hervorragende Sportmöglichkeiten wie Windsurfen, Segeln, Fischen, Schwimmen, Tennis und Golf. Die folkloristischen Traditionen auf den Inseln bewahren sich bis heute, die kanarischen Karnevalsfestivitäten sind in ganz Spanien berühmt.
Die folgende Beschreibung folgt der administrativen Teilung der Inselgruppe in zwei Provinzen, Santa Cruz de Tenerife (Teneriffa, La Palma, La Gomera und EL Hierro) und Las Palmas (Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote).
El Hierro
Diese Insel ist die westlichste und kleinste der Kanaren. Die ganze Insel wurde von der UNESCO zu einem Biosphärenreservat erklärt. El Hierro ist klein, bietet jedoch eine unglaubliche Landschaftsvielfalt. Die Küste besteht aus steilen Klippen, die sich bis zu 1000 m erheben, es gibt daher wenig Sandstrände (der längste Strand der Insel, der
Playa de Verodal,
hat rötlichen Sand). Trockene Landstriche wechseln sich mit der vulkanischen Landschaft im Süden und Westen der Insel ab, das Tal
El Golfo
im Südwesten ist grün und fruchtbar (hier werden u.a. Wein, Ananas und Feigen angebaut), und in der Mitte der Insel stehen dichte Pinienwälder. Wie auf den anderen kanarischen Inseln gibt es viele endemische Pflanzenarten, unter anderem wachsen auf El Hierro Riesenbuchen und 1000jährige Sadebäume. Die Insel besitzt auch die höchste Dichte an Vulkanen in der ganzen kanarischen Inselgruppe, es gibt circa 500 Vulkankegel auf der Erdoberfläche und 300 weitere Krater, die durch frührere Lavaströme verschüttet wurden. Im Westen von El Hierro wachsen malerische Wacholdersträucher (El Sabinar), die von den ständigen Winden über Jahrhunderte hinweg in bizarre Gestalten gepeitscht wurden.
Die Hauptstadt
Valverde
liegt 600-700 m über dem Meeresspiegel an einem Berghang. Es gibt eine hübsche Dorfkirche, die
Santa Maria de la Concepción
, die aus dem 18. Jahrhundert stammt. Direkt gegenüber steht das in dem typischen kanarischen Stil erbaute Rathaus. Alle vier Jahre im Juli findet in Valverde das größte Festival der Insel statt, die
Bajada de la Virgen de Los Reyes
(Der Abstieg der Jungfrau). Bei diesem Fest wird eine Marienstatue in einer feierlichen Prozession von ihrer Eremita bis nach Valverde getragen. Das farbenprächtige Spektakel dauert mehrere Wochen und wird in jedem Dorf gefeiert.
Malpaso
ist mit 1300 m die höchste Erhebung der Insel, La Restinga ist der südlichste Punkt der Kanarischen Inseln. In der Nähe der Hauptstadt liegen
Taibique, Frontera
und
El Barrio.
Der westliche Teil der Insel ist fast unbewohnt.
Fuerteventura
Die zweitgrößte Insel der Kanaren bietet viele schöne Badestrände. Die andauernd wehenden Passatwinde und über 55 km Strand machen Fuertventura auch zu einem Paradies für Windsurfer. Alljährlich werden hier die Weltmeisterschaften im Speedsurfen abgehalten. Etwa ein Drittel der Einwohner lebt in der Hauptstadt
Puerto del Rosario,
die auf eine Siedlung aus dem Jahr 1795 zurückgeht. Damals hieß der Ort noch
Puerto de Cabras
, erst 1956 erhielt die Stadt den Namen Puerto del Rosario nach ihrer Schutzpatronin, der Rosenkranzmadonna. Puerto del Rosario ist in erster Linie ein Handels- und Geschäftszentrum. Es gibt jedoch einige Sehenswürdigkeiten, u.a. kann man die schöne, schlichte Pfarrkirche
Iglesia Nuestro Señora del Rosario
besichtigen.
Betancuria
, die alte Inselhauptstadt, wurde 1405 von einem normannischen Edelmann gegründet. Der Ort, der noch bis ins 19. Jahrhundert hinein die Hauptstadt von Fuerteventura war, liegt auf fast 400 m Höhe in einem engen Tal, das mit Palmen, Tamarisken, Agaven und Feigenkakteen bewachsen ist. Im 16. Jahrhundert kam es immer wiedre zu Piratenangriffen auf die Stadt, 1593 brannte Betancuria fast vollständig nieder. An der Straße
Calle Roberto Roldáu
stehen noch einige Häuser aus der Gründerzeit, die den Brand überlebt haben. Weil das mittelalterliche Stadtbild weitgehend erhalten ist, wurde der Ort unter Denkmalschutz gestellt. Besonders sehenswert sind die Ruinen des ehemaligen Franziskanerklosters
Convento de San Buenaventura
und die Pfarrkirche
Iglesia Nuestra Señora de la Concepción
aus dem 17. Jahrhundert, in der sich eine kostbare holzgeschnitze Skulptur der Heiligen Katharina befindet.
Eine der reizvollsten Regionen ist die Halbinsel
Jandía
im Süden, hier findet man außergewöhnlich schöne Strände, wie den über 20 km langen
Playa de Sotavento
. Die Gegend ist auch bei Tauchern sehr beliebt, wenige Bootsminuten vor der Küste liegen herrliche Unterwasserlandschaften mit Muschelbänken und Höhlen. Im Norden der Insel liegt
Corralejo
, nach Jandía das zweitgrößte Touristenzentrum auf Fuerteventura. Die Meerenge
El Río
zwischen Corralejo und der kleinen Nachbarinsel
Lobos
ist bei Tauchern und Surfern besonders beliebt. Ebenso berühmt ist das Wanderdünengebiet
El Jable
, das an der Küstenstraße nach Puerto del Rosaria liegt.
El Cotillo
liegt im äußstersten Nordwesten von Fuerteventura. Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist das
Castillo de Tostón
, ein zweistöckiger runder Festungsturm, der 1740 zum Schutz gegen Piratenangriffe errichtet wurde. Zu dieser Zeit war der El Cotillo ein wichtiger Militärstützpunkt und Handelshafen für den Kalkexport.
Ein weiteres Surferparadies ist der
Playa del Aguila,
der südlich von El Cotillo liegt. Die starken Brandungen sind ideal für Windsurfing und anderen Wassersport, Schwimmer sollten jedoch vorsichtig sein, die Unterwasserströmungen können einen gefährlichen Sog entwickeln.
Gran Canaria
Diese Insel, die drittgrößte der Kanaren, wird oft als »Miniatur-Kontinent« bezeichnet, da hier Pflanzen aus Europa, Amerika und Afrika gedeihen. Felsmassive, wüstenähnliche Landstriche und tropische Vegetation tragen zum unverwechselbaren Landschaftsbild Gran Canarias bei.
In der Hauptstadt
Las Palmas
gibt es viele historisch und architektonisch interessante Gebäude, besonders schön ist die Altstadt
Barrio de la Vegueta
mit herrschaftlichen Häusern, die von Einflüssen der spanischen Kolonialarchitekur geprägt sind. Die beeindruckende gothische
Santa Ana Kathedrale
(Baubeginn 1497) steht am
Plaza Santa Ana
. Hier befindet sich auch das erzbischöfliche Palais und weitere Bauwerke in typisch kanarischem Stil. Das
Casa de Colón
(Kolumbushaus), das den spanischen Entdecker Christopher Kolumbus würdigt, sollte ebenfalls besichtigt werden, ebenso wie die Wallfahrtskapelle
San Antonio Abad
, in der Kolumbus betete, und den kleinen
Plazoleta del Espíritu Santo
(Platz des Heiligen Geistes) mit einem Blumenteppich zu Ehren Corpus Christi. Es gibt mehrere Museen in Las Palmas, auf jeden Fall sollte man das
Museo Canario
besuchen. Hier gibt es eine ständige Ausstellung über die Kultur der Ureinwohner Gran Canarias, der Guanches, zu besichtigen. In der Nähe des kanarischen Museums steht die
Kirche Santo Domingo
. Im Inneren kann man Heiligenbilder von Lujan Perez und eine mexikanische Barock-Monstranz bewundern. Zwischen der Straße Juan Rejon und dem Fischereihafen befindet sich die Festung
Castello de la Luz
, eine Bastion des kanarischen Widerstandes gegen die Piratenangriffe im 16. Jahrhundert und eines der beliebtesten Fotomotive der Insel.
8 km außerhalb von Las Palmas bei
Tafira Alta
liegt der botanische Garten
Jardín Canario
, der die Vielfalt der Pflanzenwelt auf den Kanaren zeigt. Über 500 Pflanzenarten gibt es auschließlich hier.
Zum näheren Erkunden der Insel bietet sich auch eine Fahrt nach
Arucas
an. Hier befindet sich ein bekanntes Zuckerrohranbaugebiet. Zuckerrohr wurde auf Gran Canaria seit 1489 angebaut, heute gibt es nur noch Anbaugebiete nördlich von Las Palmas und in Arucas. Der Arucas-Rum ist inselweit berühmt, die Rumfabriken können besichtigt werden. Samstags findet ein schöner Bauernmarkt in Arucas statt, bei dem besonders einheimisches Kunsthandwerk angeboten wird. Die beeindruckende gothische Kathdrale im Stadtkern sollte ebenfalls besucht werden.
Längster Strand der Insel (6,5 km), mit schönen Dünen und streckenweise FKK-Strand, ist der feine Sandstrand zwischen
Playa del Inglés
und
Maspalomas.
In Maspalomas befindet sich auch der der bedeutendste Sporthafen der Insel. Entlang des Maspalomas-Strandes gibt es herrliche Palmenoasen und einen Süßwassersee. Weitere weniger bekannte Strände liegen bei
San Agustin
,
Playa de Patalavaca
,
Costa de Banaderos
,
Galdar
mit einer bizarr anmutenden Steilküste und nahe der kleinen Ortschaft
Sardina del Mar
. Im südwestlichen Teil der Insel liegt
Mogan
, ein malerisches Fischerdörfchen mit romantischen Gäßchen und Häusern. Überall auf der Insel wird typisch kanarisches Kunsthandwerk nach alter Tradition angefertigt. Kunsthandwerkszentren gibt es besonders in
Villa des Agüimes
,
Moya
und
Artenara
. Völkerkundemuseen gibt es in
Villa des Agüimes
und
San Mateo.
Ein schöner Ausflug ist eine Fahrt in die Bergdörfer
Fataga
und
Santa Lucia
. Empfehlenswert ist auch ein Abstecher zu dem
Bandama
-
Vulkankrater
.
La Gomera
Isla Colombina
(»Kolumbusinsel«), wie La Gomera auch genannt wird, hat eine dramatisch abwechslungsreiche Landschaft mit weißen Sandstränden und schroffe Bergstriche, Plantagen, fruchtbaren Tälern, Regenwäldern und Vulkankegel. Die Insel ist touristisch weniger erschlossen als die anderen Kanareninseln und die vorhandenen touristischen Infrastrukturen fügen sich nahtlos in die Landschaft Gomeras ein. Hier gibt es keine Hotelburgen wie auf manchen der Nachbarinseln. Auf La Gomera kann man herrlich wandern, die Insel ist mit Wanderwegen und -pfaden überzogen. Der höchste Punkt ist der Vulkankegel
Pico de Garajonay
(11487 m), der sich in dem gleichnamigen Nationalpark befindet. Der
Parque Nacional de Garajonay
wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Der größte Teil des Parkes besteht aus dem
Bosque del Cedro
(Zedernwald) und jahrhundertealten Lorbeerbäumen (
Laurisilva
). Im El Cedro wachsen baumhohe Erikagewächse sowie der seltene Zedernwacholder. Die Bäume werden bis zu 500 m hoch und wachsen in in bizarren Formen. Die Nebelschwaden der ständigen Passatwinde ziehen durch die Wälder und sind für das subtropisch warme und feuchte Klima verantwortlich. Von den Lorbeerbäumen und Zedern hängen lange Moosbärte herab, die zusammen mit den tiefziehenden Wolkenfetzen den Park in einen Märchenwald verwandeln.
Die Landschaft auf La Gomera ist rauh, aber nicht so bergig wie auf den anderen Inseln. Weltweit einmalig ist die uralte Pfeifsprache der Gomeros,
El Silbo
. Die Sprache, deren Silben aus Pfifflauten in verschiedener Tonhöhe und -länge gebildet werden, wurde früher zur praktischen Kommunikation in den zerklüfteten Bergen und Tälern der Insel benutzt.
Die Hauptstadt
San Sebastián
ist das geschäftliche Zentrum von Gomera. Am Hafen legen die Fähren aus Teneriffa an. 1492 landete Christoph Kolumbus in San Sebastián, um Vorräte und Wasser aufzunehmen. In der alten Festung
Torre del Conde
wird sein Andenken aufrechterhalten. Sehenswert ist auch die Kirche
La Asunción
.
Hermigua
liegt in einem steilen Tal und erstreckt sich über 6 km zum Meer herab. Hier befindet sich das größte Bananenanbaugebiet der Insel, auch Getreide und Zitrusfrüchte werden angepflanzt. Bei Hermigua liegt der Kiestrand
Playa de Hermigua
, das Baden ist jedoch, wie an vielen andere Stränden auf La Gomera, wegen der starken Unterwasserströmungen sehr gefährlich. Ganz in der Nähe befindet sich der Wasserfall
El Chorro
.
Vallehermoso
(»das schöne Tal«), ist die größte Gemeinde Gomeras. Hier wird der bekannte Palmenhonig (
Miel de Palma
) hergestellt. Nahebei stehen die bizarren Felssteinformationen
Los Organos
(»die Orgelpfeifen«), die nur von Meer aus zu sehen sind. An der Straße in Richtung Vallehermoso liegt die Quelle
Chorros de Epina
, deren Wasser magische Fähigkeiten besitzen soll. Im Westen liegt das Dorf
Alojara
, das einen Strand mit feinem, schwarzem Sand besitzt. Ein weiterer ruhiger Strand ist
La Rajita
, unterhalb des Ortes
La Dama
im Südwesten der Insel gelegen.
La Palma
Die
Isla Bonita
(»schöne Insel«), wie La Palma auch von den Einheimischen genannt wird, ist in ihrer Größenordnung die höchstgelegene Insel der Welt. La Palma bietet eine dramatische Naturlandschaft mit Regenwäldern, Vulkanen und Gebirgen. Hier wachsen Lorbeer- und lichte Kiefernwälder. In der Inselmitte befindet sich einer der größten Krater der Welt, der
Caldera de Taburiente
. Vom Aussichtspunkt
La Cumbrecita
hat man den besten Überblick über den Vulkan. Die Hauptstadt
Santa Cruz
hat wunderschöne historische Bauwerke aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Der Stadtkern mit seinen kleinen Gassen und Strässchen wurde von der UNESCO unter Denkmalschutz gestellt.
San Andres y Sauces
ist durch seine Bananenplantagen ein Haupthandelszentrum von La Palma und bietet von seiner Plaza einen schönen Panoramablick auf das Meer.
Los Tilos
, ein Lorbeer- und Farnwald bildet zusammen mit
El Cubo de la Galga
den größten Laubwald auf den Kanaren. In
Villa de Mazo
wird ein berühmter Rotwein angebaut. Mazo hat an den Wochenenden auch einen bekannten Bauernmarkt, bei dem regionale Spezialitäten und frischgeerntetes Obst angeboten werden. Im Nordwesten der Insel liegt
Puntagorda
, ein malerisches kleines Dorf, das inmitten von Mandelbäumen liegt. Entdeckungsfahrten über die Insel sollte man z. B. nach
Los Llanos
de Aridane, Tazacorte, Mazo,
zur
Belmaco-Höhle
und zur Grotte
Cueva Bonita
machen.
Fuencaliente
im Süden von La Palma ist neben Mazo das bekannteste Weinanbaugebiet. Unterhalb von Fuencaliente liegen die zwei Vulkane
Teneguia
und
San Antonio
, die zuletzt in den 1970er Jahren ausbrachen.
Lanzarote
Diese Insel ist die am weitesten östlich gelegene Kanareninsel. Die Landschaft auf Lanzarote erinnert an eine Mondlandschaft, im 18. und 19. Jahrhundert gab es viele Vulkanausbrüche, die einen großen Teil der Insel mit Lava und Asche bedeckten. Die vulkanische Asche und die zahlreichen Krater werden heutzutage von den Inselbewohnern zum Weinanbau genutzt.
Inselhauptstadt ist die Hafenstadt
Arrecife
an der Südostküste. In der Festung San José in der Stadt befindet sich das
Museo de Arte Contemporáneo
(Museum für Zeitgenössische Kunst). Das Museum wurde 1976 eröffnet und zeigt Werke von internationalen Künstlern, u.a. von Picasso und Miro. Außerhalb Arrecife liegen die Strände
El Reducto
und
El Cable
. Die
César Manrique Fundación
ist ein Kunstzentrum, das von dem in Arrecife geborenen Künstler César Manrique gegründet wurde. Das Museumsgebäude in
Taro de Tahiche
ist selbst ein Kunstwerk, Manrique erbaute es nach eigenen Plänen auf fünf großen Lavablasen, die durch kleine Korridore miteinander verbunden wurde. Hier können Werke von Manrique und anderen Künstlern besichtigt werden.
Die Verbindungen zu den anderen Städten dieser Region sind gut. Es gibt lange Strände mit schwarzen oder weißem Sand, einige der schönsten sind die
Puerto del Carmen
,
Playa Blanca
und
Famara
. Die höchsten Gebiete liegen im Norden und Osten. In der alten Inselhauptstadt
Teguise
befindet sich das
Castillo de Guanapay
, die Burg Santa Barbara, die im 16. Jahrhundert auf der Spitze des Guanapay erbaut wurde. In der Burg befindet sich heute ein Museum.
Am Fuße des vor 3000 Jahren ausgebrochenen Vulkans
Monte de la Corona
im Norden Lanzarotes liegen die
Jameos del Agua
, ein Höhlensystem von fast 6 km Länge. Die Jameos (wörtlich: Lavablasen) sind Hohlräume aus Lava, die durch eine Explosion vulkanischer Gase entstehen. Die Lavahöhlen sind durch Tunnel miteinander verbunden (ausgebaut wurde das Höhlensystem 1968 von dem Künstler César Manrique, s.o.), in einer der Höhlen befindet sich ein Konzertsaal mit wunderbarer Akustik. In den Jameos leben einige endemische Tierarten, die blinde Albinokrabbe ist wohl eine der seltensten und wurde zum Wahrzeichen der Jameos del Agua gemacht. Ein weiterer Teil der Jameos sind die
Cuevas de los Verdos
, das längste vulkanische Gangsystem der Welt. Während des 17. Jahrhunderts suchte die einheimische Bevölkerung in diesen Höhlen Schutz vor Piraten und Sklavenhändlern.
Am Nordende der Insel befindet sich der
Mirador del Río
, ein Aussichtspunkt auf einer 479 Meter hohen Klippe. Der Mirador, eine Aushöhlung in der Klippe, in der sich ein Restaurant befindet, ist eine weitere Schöpfung von Manrique. Von hier hat man eine wundervolle Aussicht auf die kleinen Inseln
La Graciosa
und
Clara Montana
. Der
Timanfaya Nationalpark
nimmt fast ein Drittel der Insel ein. Der Park besteht aus fast unbewachsener Vulkanlandschaft, hier wohnen seltene Tierarten und es gibt über 180 verschiedene Pflanzenarten. Besonders beliebt sind Kamelritte zu den Vulkanen.
Teneriffa
Die größte Insel der Kanaren besteht im wesentlichen aus einem zentralen Gebirge und Tälern, ein Teil der Insel wurde unter Naturschutz gestellt. Der
Pico de Teide
, ein Berg vulkanischen Ursprungs, ist mit 3718 m der höchste Punkt Teneriffas. Im nordwestlichen Teil der Insel erhebt sich das
Tenogebirge
. Von der Landzunge
Punta de Teno
aus hat man einen wunderschönen Blick auf die Nachbarinsel
La Gomera
. In einem kleinen Tal an der Südseite des Gebirges liegt der idyllische Ort
Valle de Arriba
, mit einer hübschen kleinen Kapelle am Dorfeingang. Die Gegend um Valle de Arriba herum ist ein Weinanbaugebiet.
Die Inselhauptstadt
Santa Cruz
ist gleichzeitig das Verwaltungszentrum der westlichen Kanaren und liegt im Nordosten der Insel. Die Stadt hat ein reiches Angebot an interessanter Architektur (z. B. die San Francisco-Kirche), und die Museen bieten einen guten Überblick über Kunst und Kultur der Kanarischen Inseln. In
Puerto de la Cruz,
dem wichtigsten Urlaubsort, gibt es Gebäude aus dem 17. Jahrhundert. Ein Großteil der Gegend um den alten Fischerhafen herum ist voller enger Gassen mit Kopfsteinpflaster und kolonialer Architektur. Im Süden der Stadt befindet sich ein sehenswerter
Botanischer Garten
.
La Laguna
ist ist Teneriffas zweitgrößte Stadt und liegt inmitten einer herrlichen Landschaft im Tal
Aguere
. Hier befindet sich die San-Fernando-Universität und der Bischofspalast. In La Laguna gibt es viele sehenswerte Kirchen, die
Catedrale Santo Domingo
und die Kirche
Nuestra Señora de la Concepción
mit ihrer barocken Holzkanzel aus dem 18. Jahrhundert sind besonders schön.
Candelaria
, eine direkt am Meer gelegene Ortschaft, ist der bedeutendste Wallfahrtsort der kanarischen Inseln. Hier wird die
Virgen de la Candelaria
(Lichtbringende Jungfrau), als Schutzheilige der Kanaren verehrt. Die Wallfahrtskirche
Basílica de Nuestra Señora de la Candelaria
steht am
Plaza de la Patrona de Canaria
. Zwischen der Plaza und dem Ortsstrand
Playa de Candelaria
stehen 9 Bronzestatuen berühmter Guanchenkönige (die Guanchen waren die Ureinwohner der Kanaren).
Im Nordosten der Insel befindet sich ein wildbewachsenes, zerklüftetes Gebirge, das sich aus dem Meer auf etwa 100 m Höhe erhebt. Das
Ananagebirge
bietet herrliche Wandermöglichkeiten, mit einem Mietwagen kann man zum
Barranco de las Huertas
und entlang des Gebirgsgrats weiter in Richtung La Laguna fahren. Am Nordhang des Ananagebirges liegt der malerische Ort
Taganana
mit verwinkelten, kleinen Gassen und einer dreischiffigen Dorfkirche. Die Nordwestseite des Ananamassivs wird vom
Bosque de la Mercedes
, dem Mercedeswald, bedeckt.
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