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Allgemeines
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Allgemeines
Die Antarktis bedeckt 14 Mio. qkm um den Südpol und umfaßt den Kontinent Antarktika, das Schelfeis, den umgebenden Meeresraum und einige Inselgruppen (Süd-Shetland, Süd-Georgia u. a.). Ein durchschnittlich fast 2000 m dicker Eisschild bedeckt den Kontinent. Die Durchschnittstemperaturen im Sommer betragen -20°C und sinken im Winter auf -50°C. Moose und Flechten wachsen hier, und an den Küsten und vor allem im offenen Meer lebt eine vielfältige Tierwelt. Die in den verschiedenen Forschungsstationen tätigen Wissenschaftler sind die einzigen Bewohner dieses Kontinents.
Die konstitutionelle Position der Antarktis wurde im Antarktisvertrag 1959 festgelegt, der 1961 in Kraft trat und ursprünglich von Argentinien, Australien, Chile, Frankreich, Neuseeland, Norwegen, Großbritannien, Belgien, Japan, Südafrika, der damaligen UdSSR und den USA unterzeichnet wurde. Die ersten sieben der o. a. Nationen beanspruchen historische Rechte auf den Kontinent. Der Vertrag erhält den
Status Quo
, der die Rechte weder anerkennt noch ablehnt, gleichzeitig aber eine weitere Ausdehnung sowie alle zukünftigen Ansprüche verbietet.
Seit 1961 haben insgesamt 45 Nationen den Vertrag unterzeichnet, darunter die Bundesrepublik Deutschland, Polen, Indien, Italien, Brasilien, China (VR) und Uruguay, denen volle beratende Mitgliedschaft zugebilligt wurde.
Auf dem Kontinent werden zahlreiche wissenschaftliche Forschungen durchgeführt. Alle 12 ursprünglichen Unterzeichnerstaaten und Deutschland haben hier Forschungsstationen, die Studien zur Paläontologie, zum Naturschutz, zur Umweltverschmutzung sowie geologische und meteorologische Untersuchungen durchführen. Während des kurzen antarktischen Sommers leben mitunter mehrere tausend Wissenschaftler in den Forschungsstationen; die wenigen, die den Winter über bleiben, müssen mit Temperaturen von -50°C rechnen. Das »Ozonloch«, dessen Erscheinen auf die weltweite Benutzung von FCKW-Gasen zurückgeführt wird, wurde 1987 von einer britischen Forschungsstation entdeckt und verdeutlichte nachhaltig, wie wichtig es ist, »grüne« Themen in der internationalen Politik zu verankern.
Im November 1991 gab es weiteren Anlaß zur Sorge um die Umwelt, als ein riesiger Eisberg – anfänglich so groß wie Zypern – vom Packeis abbrach und in Richtung der Falkland-Inseln gen Norden trieb. Meteorologen fürchten, daß dies auf schwerwiegende klimatische Veränderungen in der Südpolarregion, vielleicht sogar im globalen Wettersystem hindeutet.
Der Antarktisvertrag beinhaltet keine Klausel über die Ausbeutung der Bodenschätze, und nach sechsjährigen Verhandlungen wurde im November 1988 schließlich ein antarktisches Mineralienabkommen unterzeichnet. Das Abkommen sollte den Abbau der Bodenschätze nicht unterbinden, sondern regulieren und stieß daraufhin auf lautstarke Proteste der Umweltschützer. Im Oktober 1989 fand die 15. Konferenz der Unterzeichnerstaaten statt und brachte das Ziel, die Antarktis als letzte große Wildnis der Welt zu erhalten, einen Schritt näher. Einige Regionen des Kontinents wurden zu Schutzgebieten erklärt, und es wurden strenge Bestimmungen gegen Wasserverschmutzung verabschiedet. Im April 1991 wurde der Antarktisvertrag einer Überprüfung unterzogen. Man rechnete mit langwierigen Verhandlungen, da es Interessengegensätze gab: Frankreich, Australien, Neuseeland und seit kurzem auch Japan und die Bundesrepublik Deutschland befürworteten ein unbegrenztes Abbauverbot der Bodenschätze; Großbritannien, die USA und die ehemalige UdSSR waren dagegen. Zur allgemeinen Überraschung kam es schnell zu einer Einigung, die das Abbau-Verbot auf weitere 50 Jahre verlängert und umfassende Umweltschutzmaßnahmen vorsieht. Das
Environmental Protocol to the Antarctic Treaty
trat 1998 in Kraft. Im Juni 2003 wurde in Spanien das 26.
Antarctic Treaty Consultative Meeting
abgehalten. Hauptthemen waren rechtliche Rahmenbedingungen für die Haftbarkeit bei Umweltschäden, der Aufbau eines Antarctic-Treaty-Sekretariats sowie die Handhabung von Tourismus und von Projekten von Nichtregierungsorganisationen.
Kreuzfahrten
Wer sich einen unmittelbaren Eindruck von dieser letzten Wildnis der Erde verschaffen möchte, kann dies im Rahmen von Kreuzfahrten tun. So bietet z. B.
Hapag Lloyd Kreuzfahrten
(Tel: (040) 30 01 46 00, 30 01 47 44 (Buchungscenter) Fax: (040) 30 01 46 01. Internet:
www.hlkf.de
) eine klassische Antarktisreise an, bei der verschiedene Kanäle in der Antarktis und in der Region der Süd-Shetland-Inseln und Süd-Georgien passiert werden. Hier besteht die Gelegenheit, Pinguin- und Albatroskolonien sowie See-Elefanten zu beobachten. Der Besuch einer früheren Walfangstation steht ebenfalls auf dem Programm. Die Touren zu den Inseln erfolgen unter strikten Umweltschutzvorschriften. Landgänge sind nur bei günstigen Wetter- und Eisverhältnissen möglich. Die Kreuzfahrten finden mehrmals zwischen den Monaten Dezember und Februar statt, Ausgangs- und Zielhafen ist Ushuaia (Argentinien).
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